Die Neue Westfälische über die 2. Alumnikonferenz:

Der Bericht in der "Neuen Westfälischen" ist hier zu finden.

Bericht zur Alumni-Konferenz 2006

Am 28. Oktober 2006 fand die zweite Höxteraner Alumni-Konferenz in unserem schönen Audimax in Höxter statt. Mehr als 60 Teilnehmer füllten am späten Vormittag den Vortragsraum.

Man kann vorweg nehmen: sie wurden nicht enttäuscht, denn auch die 2. Höxteraner Alumni-Konferenz wurde ein großer Erfolg.

Wie schon im letzten Jahr bestand das Programm aus einer Vielzahl interessanter Vorträge. Die Teilnehmer kamen vor allem aus den Kreisen der aktiven Studierenden und der Dozentenschaft; aber auch zahlreiche Ehemalige hatten den Weg nach Höxter (wieder) gefunden.

Sie wurden von der Prorektorin, Frau Prof. Grupe, und dem Vorsitzenden der AFV, Herrn Kloer, herzlich begrüßt, ehe Oliver Dördelmann (Absolvent des Jahrganges 1997) die Moderation der von ihm thematisch zusammengestellten Vorträge übernahm. Fünf Referenten und eine Referentin kamen aus dem Studiengang Technischer Umweltschutz, ein Referent sowie eine Referentin aus dem Studiengang Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, so dass fachlich ein breites Spektrum abgedeckt wurde.

Die Vortragsrunde wurde schließlich von Kai Ratte eröffnet, der als frischer Absolvent über die Feldversuche referierte, die er im Rahmen seiner Diplomarbeit im Herzen Australiens durchgeführt hat. Dort gibt es an vielen Orten im Landesinneren, dem Outback, nur salzhaltiges Grundwasser, und speziell in den Siedlungen der Ureinwohner auch keine Energieversorgung. Die Idee war deshalb, eine Membranentsalzungsanlage mit einer solaren Energieversorgungseinheit zu kombinieren, um die benötigten Trinkwassermengen aufzubereiten. Während einer einmonatigen Erprobungsphase unter realen Bedingungen wurden wichtige Betriebsdaten ermittelt, die jetzt in die Weiterentwicklung des Prototyps der Anlage einfließen werden. Bei der Arbeit vor seinen Mitstreitern das Leben schwer machten.

Vom Outback in Australien ging es dann direkt weiter nach Algerien. Sven Haddenhorst von der Passavant Roediger Anlagenbau GmbH berichtete über die Projektabwicklung bei der Planung von Kläranlage in Algerien. Bei diesen Projekten ist häufig auch, neben aller Planungsleistungen, auf die kulturellen Geflogenheiten des Landes und der Bevölkerung einzugehen, wie Sven anschaulich darstellte.

Gunter Lesemann von der Eisenmann Maschinenbau GmbH stellte den Bau und die Inbetriebnahme von Biogasanlagen vor. Biogasanlagen sind ein interessantes Betätigungsfeld in Zeiten immer knapper werdender Rohstoffe. Unter anderem hat er an der Biogasanlage in Marienmünster mitgearbeitet und konnte über interessante praktische Aspekte dieser boomenden Technologie berichten.

Ihm folgte die frisch vermählte Katrin Klüppel (geb. Jewatzki). Sie berichtete von integrierten Management Systemen, die sie im Auftrag der Höppner Umweltberatung für diverse Firmen entwickelt und zeigte auf, dass die Defizite heutzutage weniger in der Einführung der Systeme selbst als in der Fortsetzung der damit eingeleiteten Prozesse im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung liegen.

Nach diesen ersten, interessanten Vorträgen bestand die Möglichkeit, das Gehörte bei einem leckeren Imbiss, der für alle Teilnehmer kostenlos was, Revue passieren zu lassen oder mit alten Bekannten ein nettes Pläuschchen zu halten. An dieser Stelle sei der Hochschule für die gute Bewirtung und die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten herzlich gedankt.

Nach der Mittagspause folgte ein Vortrag von Julia Jörgensen. Sie berichtete vom Aufbau einer neuen Gruppenstruktur innerhalb der BUNDJugend und den Ansätzen, Jugendliche zu motivieren, sich in den Umweltschutz zu engagieren. Sie zeigte auch, wie mit dem Konzept der Zukunftsscouts in der Jugendorganisation des BUND versucht wird, Umweltschutzgedanken zu vermitteln.

Die letzten Vorträge wurden von einem Dreigespann des Regierungspräsidiums Freiburg gehalten. Jochen Paleit berichtete über die Revitalisierung der Rheinaue im länderübergreifenden Naturschutzgebiet Taubergiessen, einem Projekt, das trotz vieler Betroffener bei allen Beteiligten auf große Zustimmung stößt. Hier sollen durch wasserbauliche und landespflegerische Maßnahmen auentypische Verhältnisse wieder hergestellt werden. Die Herausforderungen bestehen aber nicht nur in der Bearbeitung fachlicher Fragestellungen, sondern auch im Umgang mit Behörden, Kommunen und Privatpersonen aus Deutschland und Frankreich – ein Aspekt, der den noch aktiven Studierenden sehr deutlich machte, dass die Hochschule doch nicht auf alle Eventualitäten des späteren Berufslebens vorbereiten kann.

Ihm folgte Volker Holschbach, der über das integrierte Rheinprogramm des Landes Baden-Württemberg in einem mehr ingenieurtechnisch geprägter Vortrag berichtete. Das vorgestellte Projekt über das integrierte Rheinprogramm des Landes Baden-Württemberg, mit dem insbesondere der Hochwasserschutz am Oberrhein verbessert werden soll, stößt leider vor Ort auf viel Skepsis und Ablehnung, berichtete der Vortragende. Das Finanzvolumen beläuft sich auf ca. 800 Mio. Euro, und es werden noch mindestens 11 Jahre vergehen, bis alle Maßnahmen realisiert worden sind. Herr Holschbach zeigte am Beispiel einer Maßnahme die technischen Probleme, aber auch die dabei auftretenden Interessenkonflikte sehr anschaulich auf.

Der Dritte im Bunde Frank Bödecker stellte das Umweltinformationssystem (UIS) des Landes Baden-Württemberg vor, an dem er selbst mitarbeitet. Die Datenbank mit GIS Anbindung ist sicherlich auch für den neuen Studiengang Angewandte Informatik ein interessantes Betätigungsfeld.

Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine Diskussion zu den aktuellen Entwicklungen an der Hochschule und am Arbeitsmarkt statt. Unter der Moderation von Herr Prof. Radtke die neuen Bachelor-Studiengänge am Standort Höxter kurz vorgestellt, und es herrschte allgemeine Überein-stimmung, dass die Netzwerkbildung für Hochschulabsolventen, wie sie die AFV Höxter jetzt vorlebt, eine immer wichtigere Rolle spielt. Als „Startpunkt“ kommt dabei der eigenen Studienzeit eine große Bedeutung zu, deshalb war der übereinstimmende Appell an die Studierenden, in dieser Richtung bereits frühzeitig Kontakte untereinander zu knüpfen. Mit Veranstaltungen wie der Alumni-Konferenz wird darüber hinaus die Möglichkeit eröffnet, persönliche Kontakte zu Ehemaligen aufzubauen und zu pflegen. In der interessanten und angeregten Diskussion wurde aber auch Kritik an den jetzigen Lehrinhalten laut. Erst mit einem zeitlichen Abstand zum Studium können heute die Alumni sagen, welche Lücken noch im Studienplan zu stopfen sind. Heftig unter Kritik standen auch die neuen Bachelor-Studiengänge, wobei einfach die Frage in den Raum gestellt wurde, ob die Qualitäten der Abschlüsse noch miteinander vergleichbar sein werden.

Als Ausklang trafen sich im Anschluss an die Konferenz noch ca. 30 Alumni und Professoren zu einem gemütlichen Abendessen im Corveyer Hof. Auch hier bot sich noch einmal die Gelegenheit für tolle Gespräche.

Auch die 2. Höxteraner Alumni-Konferenz, die wieder gemeinsam von der AFV Höxter e.V. und der Hochschulabteilung Höxter vorbereitet und durchgeführt wurde, war aufgrund der vielfältigen und interessanten Vorträge für alle Beteiligten ein voller Erfolg. An dieser Stelle sei nochmals allen Vortragenden und dem Organisator Oliver Dördelmann ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Es bleibt zu hoffen, dass es im nächsten Jahr mit der 3. Höxteraner Konferenz weiter geht und die Veranstaltung von einem noch größerem Teilnehmerkreis wahrgenommen wird.

Meike Aulich und Ulrich Stöffler