Symposium „Großschutzgebiete in OWL"

Seit einigen Jahren wird über die Möglichkeit eines Großschutzgebietes in Ostwestfalen diskutiert, zum Teil sehr kontrovers und oft genug subjektiv. Der FB Landschaftsarchitektur und Umweltplanung möchte zusammen mit dem FG Informatik und Systeme der Datenverarbeitung zu einer objektiven und fachlich fundierten Diskussion beitragen und veranstaltete deshalb Ende Oktober in der Residenz-Stadthalle Höxter das Symposium „Großschutzgebiete in Ostwestfalen-Lippe. Chancen und Risiken“.

Um Chancen und Risiken gleichermaßen und möglichst unabhängig von lokalen Interessen beleuchten zu können, wurden hochrangige Fachleute unterschiedlicher Arbeitsgebiete aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen. Den Einstieg dazu bildeten jedoch zwei Vorträge zur aktuellen Situation in Ostwestfalen-Lippe, in denen der Sachstand zu Großschutzprojekten in der Region sowie die naturräumliche Gliederung der Region vorgestellt wurden.

In den folgenden Vorträgen kamen die Chancen für eine nachhaltige Regionalentwicklung sowie wirtschaftliche Effekte und Impuse zur Sprache. Das Biospährenreservat Rhön kann als Positivbeispiel für das Zusammenspiel zwischen Ökonomie und Ökologie gelten. Ein „Naturschutz über die Speisekarte“, wie die Referentin Perdita Trenkle es nannte, dürfte für die meisten Besucher des gut besuchten Symposiums ein ungewöhnlicher Ansatz sein, der jedoch aufgrund des auch wirtschaftlichen Erfolges zum Nachdenken anregte. Die möglichen Probleme und Risiken, aber auch Lösungsansätze bei der Errichtung von Großschutzgebieten zeigten Michael Lammertz und Peter Gaffert exemplarisch für die Nationalparke Eifel, Kellerwald-Edersee und Hochharz. Mit einer guten Öffentlichkeitsarbeit sowie der frühzeitigen Einbindung lässt sich die für die Regionalentwicklung wichtige Akzeptanz bei Bevölkerung und Wirtschaftsbetrieben erreichen. Beispiele aus den bestehenden Nationalparken zeigen jedoch, dass diesem Gesichtspunkt in der Vergangenheit oft zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Die folgenden Vorträge behandelten verschiedene Aspekte der Bewirtschaftung von Großschutzgebieten, darunter auch der für den ostwestfälischen Raum wichtige Wirtschaftszweig der Holzwirtschaft.

In der Posiumsdiskussion sowie dem abschließenden Resümee durch Prof. Dr. Ulrich Riedl (FB 9) wurden noch einmal die verschiedenen Facetten der Errichtung eines Großschutzgebietes deutlich, die bei der zukünftigen Diskussion berücksichtigt werden müssen. Das Symposium dürfte einen wichtigen und konstruktiven Beitrag zu einem sachlichen Austausch geleistet haben. Der Hochschulstandort Höxter will auch zukünftig durch eine Intensivierung der Forschungsaktivitäten sowie durch Bachelorund Diplomarbeiten in und für die Region dazu beitragen. Die Veranstaltung wurde von allen Teilnehmern der voll besetzten Residenz-Stadthalle Höxter als Erfolg verbucht. Ein Erfolg, den wir Veranstalter auch der Unterstützung durch die AFV Höxter verdanken. An dieser Stelle daher nochmals vielen Dank!

Prof. Dr. Burkhard Wrenger

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